Die Hornisse (Vespa crabro)

Allergien? Unten ein Link zu einer Adresse, wenn es doch mal passiert.

Um 1970 wurden Hornissen als gefährliche Stechinsekten eingestuft.
Gerüchte wie sieben Stiche töten ein Pferd und drei Stiche einen Menschen haben diese Insektengruppe deutlich zu spüren bekommen. Feuerwehr, Hobbygärtner, Waldarbeiter und wer noch damit zu tun hatte, vernichtete die Stachelträger mit allen möglichen Mitteln. Gift und Feuer zum Umbringen der Hornissen war üblich.
Seit 1987 sind die Hornissen unter Artenschutz gestellt. Viel zu spät wurde bekannt, dass die Hornissen eine harmlose Insektengruppe darstellen. Das Gerücht mit dem tödlichen Stich hat sich als üble Nachrede entlarvt.

Staatengründung

Mit einem Frostschutzmittel im Körper erwacht das befruchtete Weibchen im Februar-März aus dem Winterschlaf. Die Hornisse sucht dann nach einer geeigneten Stelle um einen Staat zu gründen. Ein hohler Baumstamm, wenn er zu finden ist wäre ideal. Leider werden alte, morsche Bäume durch Schösslinge ersetzt.
Die Papier ähnlichen Waben benötigen zum Schutz vor Regen ein Dach. Wohnungsnot macht erfinderisch. Ställe, Garagen und sogar die Nisthilfen von Singvogelarten werden als Notunterkunft umfunktioniert. Die ersten ca. 60 Waben baut die Hornisse selber. Fliegen sind die Hauptnahrung der Larven. Flügel und Kopf werden abgetrennt. Der wertvolle Brustkorb mit den eiweißhaltigen Muskeln wird zu einem Brei zerkaut und an die Laven verfüttert. So geht es weiter, Eierlegen, Larven füttern, Wabenbauen. Nach ein paar Wochen (die Larven haben sich verpuppt) schlüpfen die ersten Arbeiterrinnen. Sie übernehmen dann einige Aufgaben der Königin. Sie helfen beim Wabenbau und füttern die Larven und die Königin, bis der Staat im Vogelkasten zu klein wird. Mit Glück wird dann doch eine größere Nisthilfe gefunden und der ganze Staat zieht um. Schauen Sie unter Nisthilfen.

Hochzeit

Im Spätherbst erblicken die ersten Geschlechtstiere das Innenleben der Wabe. Die männlichen Tiere sterben nach der Hochzeit und die Weiblichen dürfen sich dann wieder irgendwo verstecken bis die Sonnenstrahlen sie wieder aus dem Winterschlaf erwecken. Erwachsene Hornissen fressen keine Insekten, sie ernähren sich von Baumsäften. Die Baumrinde wird angenagt, bis der köstliche Saft in ihre Kehle rinnt. Hornissen sind gesetzlich geschützt und wer Hornissen tötet, kann bei einer Anzeige mit hohen Geldstrafen rechnen.

Wespen

So ähnlich wie bei den Hornissen geht es auch im Wespenleben zu, aber es gibt eine ganze Menge Wespenarten wie: Holzwespen, Schlupfwespen, Blattwespen, Gallwespen, Goldwespen, Grabwespen und einige andere. Die Lebensweise unterscheidet sich von der Größe des Staates und der Art. So legen Goldwespen wie ein Kuckuck die Eier in die Wespennester. Die später ausschlüpfenden Larven fressen dann die Larven der Wirtstiere, sie haben also keine Staatenbildung. So auch die Wegwespenfamilie. Bekannt ist der Kampf mit der Tarantel. Wenn die Spinne nach einem gezielten Stich gelähmt ist, wird sie eingegraben. Das darauf gelegte Ei wird irgendwann zur Larve und die Mahlzeit ist angerichtet. So sind unsere Wespen immer darauf bedacht, ein Insekt zu erhaschen.

Faltenwespen

Die Familie der Faltenwespen ist eine (nicht immer) staatengründende Spezies. Auch hier gibt es 9 Arten. Die in Deutschland bekanntesten und gefürchteten sind die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris). Auch hier ist die Dummheit der Menschen heute noch grenzenlos. Wegen ein paar möglichen Stichen werden Allergien vorgeschoben. In Gesprächen hörte ich immer wieder dasselbe „Ich bin allergisch gegen Wespenstiche”, so werden Kammerjäger, Feuerwehr und wer noch so alles alarmiert um die vermeintlichen Plagegeister loszuwerden.
Vermeintlich, weil es sich um pure Phobie vor einem Wespenstich handelt. Ich bin in meinem ganzen Leben einmal gestochen worden und daran war ich selber Schuld. Man läuft eben nicht barfuß auf einer Obstwiese herum.

Der Umgang mit Wespen

Ich gebe zu, lästig ist es, wenn Wespchen sich an dem gemütlichen Grillabend oder der Kaffeerunde beteiligen. Aber der Geruch von Pflaumenkuchen ist doch auch für uns Menschen betörend oder? Decken Sie die Gläser und Flaschen ab, denn ein Stich in den Rachen kann tödlich sein. Ein Blick auf die Nahrungsmittel, die gegessen werden, ist daher wichtig. Schlagen Sie nicht nach den Wespen, die sind sowieso schneller als Sie und das macht die Tierchen unruhig. Jemand erzählte mir, einige Kupferpfennige auf Silberpapier verscheuchen die Wespen. Oder an der Kaffeetafel kann man sie fernhalten, indem man frisch aufgeschnittene Zitronen in Scheiben schneidet und Gewürznelken reindrückt. Die andere Variante, Nelken- oder Teebaumöl auf eine Zitronenscheibe träufeln. Ob das gelingt?
Meine Erfahrung, die wirklich funktioniert: Etwas abseits von der Tafel stelle ich ein flaches Schälchen (damit die Tierchen nicht ertrinken) mit Fruchtsaft (Limonade) ab. Ein abgenagter Knochen vom Grillfleisch lässt auch die Herzen der Wespen höher schlagen. So haben ich wirklich Ruhe.

Die Biologische Uhr.

Das Erscheinen der Wespen an der Kaffeetafel im Spätsommer bedeutet auch das Ende des Wespenstaats. Das gierige Naschen an gärenden Früchten berauscht auch diese Insekten. Leider werden dadurch oft die hungernden Larven vergessen. Blütenmangel und kalte Tage bedeuten weniger Fluginsekten, das gibt dem Staat den Rest. Zum Ende entwickeln sich nur noch Drohnen und junge Königinnen die sich irgendwo paaren. Die kunstvoll errichteten Waben werden nie wieder benutzt.

Erkennen

Germanica und Vulgaris bauen unterirdische Staaten in Mäusegängen, in einigen Fällen auch an dunklen oberirdischen Orten. Alle anderen in Deutschland vorkommenden Wespenarten sind bis auf die Feldwespe (verteidigt ihre Wabe) eher harmlos.
Ich wünschte mir, dass eines Tages die Wespen unter Artenschutz gestellt werden. Aber das dauert wahrscheinlich auch wieder ein halbes Menschenleben bis es sich rausstellt, (Beispiel Hornissen) wie wichtig Wespen für unseren Naturhaushalt sind. Warum werden jetzt noch Wespen in Gartenlokalen mit Fallen getötet? Klar, die Gesundheit der Menschen geht vor, aber warum erfindet die chemische Industrie nicht Antiwespenstoffe die nur verscheuchen aber nicht töten? Ist damit kein Geld zu verdienen?

Nutzen der Wespen

Ein Verschwinden der Wespen hätte katastrophale Folgen, andere Insektengruppen würden sich explosionsartig vermehren. Wespen selber werden aber auch gefressen. Viele Tiere wie der Wespenbussard, aber auch Spinnen fressen Wespen. Der Gartenrotschwanz füttert die Jungen ausschließlich mit Wespen. Auch hier ist der Kreislauf unterbrochen, wenn die Wespen bekämpft werden. Wespenlaven benötigen 5 000 Insekten als Nahrung für einen mittleren Wespenstaat. Auf dem Speiseplan stehen u.a. Fliegen, Mücken, Blattläuse, Raupen usw.

Allergiker ?

Reaktionen nach Stichen zeigen sich durch Rötung und Schwellung der betroffenen Haut. Ein 1 bis 3 Tage anhaltender brennender Juckreiz ist ganz normal. Wenn vorhanden, den Stachel unbedingt entfernen. Die Stelle kühlen und nicht daran kratzen.

In Apotheken gibt es Pumpen, die das Gift nach einem Stich herausziehen. So ein Teil sollte jeder, der allergisch auf ein Stich reagiert, bei sich tragen.

Nach Berichten reagieren nur 2% der Menschen wirklich allergisch auf Wespenstiche. Kritisch wird es, wenn Menschen mehrmals im Jahr gestochen wurden. Diese betroffenen Personen können dann zu echten Allergikern werden. Die allgemeine Allergie gegen jegliche Stoffe steigt sowieso in bedrohlicher Weise. Allergien gegen Sonne, Nüsse, Tierhaare oder Duftstoffe in Deos sind im Vormarsch. Hier sind die Gründe u.a. der Treibhauseffekt oder das Spritzen von Antibiotika in unserer Fleischindustrie. Gerade die Zusätze in Nahrungsmitteln machen so einige Menschen krank.

Echte allergische Reaktionen nach Stichen

Atemnot, Kribbeln und Taubheits-Gefühl an den Lippen, Schweißausbruch, Schwindelgefühle, Übelkeit und Herzrasen.

Haben Sie so ein Gefühl, sofort einen Arzt aufsuchen!

Kontaktadressen bei Allergien:

Deutscher Allergie- und Asthmabund Mönchengladbach
Fon (0 21 61) 81 49 40
Fax (0 21 61) 81 49 430

Bundesgeschäftsstelle:

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